7/19/2005

Der Käfer wurde geklaut...

...von den Bullen.
Es ist nicht zu glauben, aber natürlich musste mir das auch noch passieren. Am Samstag waren Forsti und ich in Blumenau im "Naga Laut". Wir haben auf der anderen Seite der Straße geparkt in Mitten anderer parkender Auots und gegenüber eines kostenpflichtigen Parkplatzes.

Als wir wieder rauskamen - um 4 - war kein einziges Auto mehr da. Die Straße war wie leer gefegt und warum? Weil, wie sich später herausstellte, der Besitzer des Parkplatzes von gegenüber die Bullen angerufen hat. Normalerweise existieren in Brasilien überhaupt keine Streifen, die sich um Parkdelikte kümmern. Die haben was besseres zu tun, als das. Aber, wenn natürlich Steve da parkt, dann gibt es einen beleidigten Parkplatzbesitzer gegenüber, der wahrscheinlich den Polizeichef kennt und dort mal durchgeklingelt hat.

Auf jeden Fall kam dann wieder die deutsche Seite Brasiliens zum Vorschein, sodass diese Polizeiabteilung erst am Montag wieder ihre Pforten öffnet. So musste ich bis heute morgen in Blumenau bei Forstis Familie warten, um meinen Fusca auszupfänden. Der ganze Spass kostet mich auch noch 130 Reais.

Ich hatte aber dabei noch viele Probleme. Eines war, dass ich die Transferencia des Autos noch nicht gemacht habe, sodass in den Papieren immer noch der Name des Vorbesitzers steht - dafür hat man 1 Monat Zeit. Das muss man einem brasilianischem Bürakraten erstmal erklären.

Das nächste Problem war, dass ich zum Abholen des Fuscas einen Führerschein brauche. Eigentlich dachte ich immer, dass ich einen europäischen habe, aber unser neuer Führerschein ist so europäisch, dass die einzige Sprache auf der Karte Deutsch ist. Die Dame konnte natürlich nichts lesen.

Wie also jemanden erklären, dass ich ein Auto auslösen möchte, dass nicht auf meinem Namen steht, mit einem Führerschein, der genauso gut ein deutscher Videotheken-Ausweis sein könnte. Das war nicht so einfach und eigentlich auch nur durch die Hilfe von Forstis Gasteltern zu schaffen, denn hätte mich der Vater nicht von Behörde zu Behörde gefahren, hätte ich wahrscheinlich 2 Wochen gebraucht.

Zum Schluss ist alles gut gelaufen und ich bin pünktlich nach dem Mittag wieder bei WEG erschienen, wo natürlich alle schon wussten was los ist. Ich hatte Cleiton, einem Mitpraktikanten, bescheid gesagt. Es haben mich heute sogar wildfremde Menschen angesprochen und gefragt, ob ich derjeniege bin, dessen Auto abgeschleppt wurde. Daran sieht man mal, wie oft sich die brasilianische Polizeit mit solchen Lapalien beschäftigen darf.

Ich war sogar am Sonntagabend in der Messe in Blumenau bei Edgar, Marcus Onkel, um ihn mal zu fragen, was er zu der Sachlage meint. Er meinte nur, dass es bei dem Vorgänger des Chefs der Verkehrbehörde kein Problem gewesen sei.Den kannte er sehr gut. Da hätte ich das Auto auch gestern ohne jegliche Kosten und Mühen wieder bekommen, aber der neue ist noch nicht so oft in der Kirche gewesen... Das zeitg mal wieder, wie wichtig KOntakte in Brasilien sind.

Am besten war Bruchi, der Schützenkönig (siehe ufs fescht"), der um 16 Uhr zu meinem Platz kam und richtig erleichtert war, dass ich schon wieder da war. Er hatte natürlich auch schon alles gehört und sich Sorgen gemacht. Er meinte, wäre ich jetzt nicht schon wieder da gewesen, dann hätte er erstmal in Blumenau bei der Polizei angerufen und nachgefragt, was da nicht stimmt und die Sache in die Hand genommen. Diese Leute braucht man einfach in Brasilien, sonst ist alles nur halb so schön. Das ist einfach herrlich...

1 Kommentar:

Gunni hat gesagt…

Man Steve, deine Seite wird immer größer und vor allem länger, wa? Wenn man da nicht immer dran bleibt mit dem Lesen, kommt man ganz schön ins Schleudern und kann mal gut nen Tag vorm PC verbringen.
Aber es ist immer wieder schön von dir zu lesen! Also mach weiter, ich bin noch im Stoff ;-)
Liebe Grüße aus Leipzig, die Gunni